Komm, mein Freund, laß uns aufs Feld hinausgehen und unter Zyperblumen die Nacht verbringen, daß wir früh aufbrechen zu den Weinbergen und sehen, ob der Weinstock sproßt und seine Blüten aufgehen, ob die Granatbäume blühen. Da will ich dir meine Liebe schenken. (Hoheslied 7,12-13)
Der Baum des Lebens
Der „Baum des Lebens” als Weg der Versöhnung
Der Baum des Lebens ist ein zentrales religiöses Symbol des gesamten indogermanischen Kulturraumes. Ursprünglich kam das Symbol wahrscheinlich aus Indonesien über die indische vedische Kultur in unseren Kulturraum. In der jüdischen Kabbalah (die innere Seele der Torah, dem Gesetz des Judentums) steht der „Baum des Lebens” für den himmlichen Menschen und er spiegelt die göttliche Schöpfung. Im Christentum gilt Jesus Christus als der „Baum des Lebens”. „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich!” (Joh. 14,6)
Das Symbol vom „Baum des Lebens” zeigt in vereinfachter Form die Krone und den Stamm eines Baums. Die Wurzeln befinden sich im Dunkeln, in der Erde, die Äste strecken sich gen Himmel. Es steht der „Baum des Lebens” für den inneren Weg des Menschen in seine Bestimmung als „Kind Gottes”, die Erde mit dem Himmel, den Stoff mit dem Geist verbindend; also ein Weg der Liebe hin zum himmlichen Menschen. Es ist der innere Weg des Menschen zu sich selbst - ein Weg der Gnade und Heilung.
Der „Baum des Lebens” im Friedensmal
Das Friedensmal zeigt, wie der Baum des Lebens - genauer: obere Wurzel und unterer Stamm - den dunklen Teufelskreis der Projektion des Leids durchbricht. Es ist die Wurzel des Baumes, welche das Wasser aus dem dunklen Boden zieht und den Humus nach oben bringend verwandelt in grüne Blätter, Blüten und Früchte.
Wenn die Wurzel heilig ist, so sind auch die Zweige heilig. (Römer 11,16)
Durch Gottlosigkeit kann der Mensch nicht bestehen, aber die Wurzel der Gerechten wird bleiben. (Sprüche 12,3)
Gesegnet aber ist der Mensch, der sich auf den Herrn verläßt und dessen Zuversicht der Herr ist. Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte. (Jeremia 17,7-8)
Denn ein Baum hat Hoffnung, auch wenn er abgehauen ist; er kann wieder ausschlagen, und seine Schößlinge bleiben nicht aus. Ob seine Wurzel in der Erde alt wird und sein Stumpf im Boden erstirbt, so grünt er doch wieder vom Geruch des Wassers und treibt Zweige wie eine junge Pflanze. (Hiob 14,7-9)
Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen noch tritt auf den Weg der Sünder noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern hat Lust am Gesetz des Herrn und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht! Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl. (Psalm 1,1-3)
Auf beiden Seiten des Stromes mitten auf der Gasse ein Baum des Lebens, der trägt zwölfmal Früchte und bringt seine Früchte alle Monate, und die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker. (Offenbarung 22,2)