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Wagen wir einen zukunftsfähigen Aufbruch


Nur wenn der Einzelne seine Verantwortung in der freien Bürgergesellschaft annimmt, kann die Freiheit bewahrt werden. Das System ist verkrustet, die Gesellschaft blockiert - heißt es. Wo sind wir Gefangene? Was ist es, das Menschen niederdrückt und verzagen läßt, statt ihr Leben in Würde zu gestalten? Ein Ruck soll also durch das Land gehen, sagte Bundespräsident Herzog in einer Rede vom 26. April 1997, doch von welchem Signal soll er ausgehen?

Tochter von Konrad Kaschek
Laßt uns ein positives Zeichen setzen, das Menschen einlädt und ermutigt, in ihrem Leben immer wieder Anfänge zu wagen, gerade dann, wenn es nicht mehr weiter zu gehen scheint. Laßt uns ein Friedensmal bauen, das auf der gesellschaftlichen Ebene einen Versöhnungsweg zeigt und als ein Friedensmal in Deutschland zum Zeichen der Versöhnung für den Einzelnen werde. Deutschland sei eine Nation des Friedens!

Wir wissen um die Dunkelheit in der Geschichte unseres Landes und um die Dunkelheit in der menschlichen Seele, und deshalb bemühen wir uns darum, statt uns von dieser Dunkelheit gefangensetzen zu lassen,
selber zu einem Licht in der Welt zu werden. Dieser Garten der Freiheit, dieses Jerusalem Friedensmal sei daher nicht nur "ein weiteres Mahnmal", sondern sei als Wendepunkt und Friedensmal für den Einzelnen konzipiert.

Frieden fängt bei uns selbst an.





Friedensmal Wendepunkt e. V.

Der Verein sieht es als seine vorrangige Aufgabe an, Zeichen des Friedens in der Welt zu setzen. Zeichen gehören zum Fundament einer Kultur; sie sprechen in die Seelen der Menschen. Eine friedlichere Sprache ihrer Symbole bringt eine Gesellschaft mehr Frieden und motivierte Menschen, sich für positive Entwicklungen einzusetzen. In einem Gesamtkonzept für ein Denkmal für das Leben soll wirksam Feindschaften abgebaut und Frieden gestiftet werden. Dieses gesetze Zeichen würde das Gesicht unseres Landes verändern.

Die Vision einer neuen Menschlichkeit. Philosophie für ein neues Miteinander.
… denn nur die Liebe überwindet die Gewalt.


Ein schöner Schmetterling in Deutschland


Zur Gründung des Vereins führte eine Antwort auf die sich um sich selbst drehende Mahnmal-Debatte im Jahr 1998. Nach dreieinhalb Jahren Vorbereitungszeit wurde der Gründungsschritt im Jahr 2001 unternommen. Bei unserem Engagement geht es außer einem "anderen" Mahnmal-Gedenken, dessen Absicht es ist, Menschen positiv anzusprechen und zu erreichen, um die Auseinandersetzung mit Konzepten und Haltungen, die zu dem Fundament gehören, auf dem unsere Zivilisation sich auch nur in Zukunft stabil entwickeln kann. Wir wollen Zeichen der Hoffnung setzen, die den Frieden fördern. Die Antwort auf Gewalt und Terror darf nicht wieder nur neue Gewalt sein - weder in der Tat, noch in Symbolen oder Bauwerken. Der Mensch läßt sich nicht zum Guten zwingen. Das Böse läßt sich nicht in der Welt ausrotten, da es in jedem von uns wohnen kann. Terror und Gewalt sind Zeichen, daß die Welt mehr Liebe braucht. Wir können einen Weg des Friedens, der Versöhnung und Barmherzigkeit vorleben, Menschen so auch wieder erreichen und sie in ihrem Glauben an den Wert des Lebens bestärken. Die Arbeit des Vereins Friedensmal Wendepunkt soll helfen, die Ursachen von Terror und Gewalt zu überwinden. Es geht dabei um die Aufarbeitung von Traumata in einer inneren Versöhnung des Menschen. Unser innerer Friede ist die Voraussetzung für den äußeren Frieden.

Die Bereitschaft zur Umkehr und der Wille zum Voranschreiten auf einem Weg der inneren Heilung und des Friedens bringen dem Leben viel Würde. Das braucht den Mut des Einzelnen, wahrhaftig zu sein, Vorurteile fallen zu lassen, Grenzen zu achten und ohne Selbsttäuschung in sich selbst zu schauen, um das Wagnis wirklicher Begegnung zu meistern. Beim Einzelnen fängt der Friede an. So gilt es, den Menschen mit seinen inneren Nöten zu sehen, um ihm eine positive Perspektive für sein eigenes Leben anzubieten.

In dieser liebevollen Ansprache wird eine Integration des deutsch- jüdischen Traumas ohne Kampf, ohne neue Schmerzen und auf eine würdevolle Weise möglich. Darin besteht unsere Vereinsarbeit und dieser stille Ansatz ist weit wirkungsvoller als jeder laute "Schrei". Es ist Zeit für ein neues Denken, um in eine Welt aufzubrechen, die Herz und Verstand mehr würdigt. Es sind immer die Mißbrauchten, die wieder mißbrauchen. Wie anders könnte aber Frieden möglich sein, als diesen Teufelskreis zu durchbrechen? Und sollte nicht "aus der Vergangenheit gelernt zu haben" bedeuten, eben genau das zu tun? Dieses gesetzte Zeichen, das über eine nationale Bedeutung hinausreicht, kann zu einem Ansporn für die weltweite Friedens- und Versöhnungsarbeit werden: Im Zentrum eines Friedensplatzes ist ein Denkmalkreis. Das Denkmal zeigt einen Teufelskreis von Schmerz und Gewalt, der durchbrochen ist.

Mehr über eine Perspektive für das Leben erfahren Sie im 7. Kapitel.



  © Text und Bild, Friedensmal Wendepunkt e. V.