Zentralrat der Juden in Deutschland
Der Präsident
Sehr geehrter Herr Zieringer,
vielen Dank für Ihr Schreiben nebst Anlagen. Ihren Plan halte ich für sehr
bemerkenswert, muss Ihnen aber leider mitteilen, dass der Zentralrat der
Juden in Deutschland sich nicht mit dem Bau einzelner Objekte befasst.
(...)
Ich wünsche Ihnen für Ihre persönliche Zukunft alles Gute und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
(Paul Spiegel, 29. 07. 2004)
Bund der Vertriebenen
Präsidentin Erika Steinbach, MdB
Sehr geehrter Herr Zieringer,
haben Sie recht herzlichen Dank für Ihr Schreiben vom 9. September d. J. mit
sehr umfangreichen Anlagen. Ich habe diese mit Interesse durchgelesen und
finde Ihr Vorhaben durchaus unterstützenswert, bitte aber gleichwohl dafür um
Verständnis, daß unsere Bemühungen sich zur Zeit ganz darauf konzentrieren
müssen, in Berlin das geplante „Zentrum gegen Vertreibung” zu verwirklichen. (...)
Wir können Ihr Vorhaben nicht materiell unterstützen, wünschen Ihren Bemühungen
aber den bestmöglichen Erfolg, weil wir Ihr Vorhaben für lobenswert halten.
Mit der Bitte um Verständnis dafür, daß wir Ihr Vorhaben nicht konkret unterstützen
können, verbleibt einstweilen mit freundlichen Grüßen,
(Erika Steinbach, 5. 10. 2005)
Ludwig-Maximilians-Universität München
Geschwister-Scholl-Institut
Pof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Staatsminister a. D.
Lehrstuhl für politische Theorie und Philosophie
Sehr geehrter Herr Zieringer,
unterdessen habe ich Zeit gefunden das interessante Projekt, das Sie entwickelt
haben, anzusehen.
Es ist ein sensibles Projekt und es regt zum Nachdenken an. Ich wünsche Ihnen
bei seiner weiteren Verfolgung viel Erfolg, füge aber hinzu, dass ich zu diesem
Erfolg nicht beitragen kann, da ich kulturpolitisch keine Verantwortung mehr trage.
Mit herzlichen Grüßen
Julian Nida Rümelin, 13. 1. 2005

„Herr Minister Bouffier dankt Ihnen sehr herzlich für Ihr
Schreiben vom 29. Januar 2003. Auch er denkt gerne an die stattgefundene Begegnung
im kleinen Kreis zurück. Er hat Ihre Ausführungen und gemachten Anregungen mit
Interesse gelesen und ermuntert Sie, Ihre Projektarbeit auf diesem Wege fortzuführen.”
Dr. Roland Johne im Auftrag des hess. Innenministers Volker Bouffier
Wie es begann: Kommentare der Jahre 1998 - 1999
Mit dem „Friedensmal” hatte ich mich an der Berliner Mahnmal-Debatte
in diesen Jahren beteiligt und ein Buch dazu geschrieben. Leider war zu
der Zeit bei den Medienverantwortlichen der Mut nicht vorhanden, eine
ganz andere Perspektive in der Sache zuzulassen.
„Ihr Entwurf eines
Mahnmals für die Opfer des N.S. Massenmordes hat
mir außerordentlich gefallen. Es stellt tatsächlich einen
psychologisch / philo- sophischen Ansatz dar, der tief berührt.
Als Einzelperson, die ohne Zu- stimmung des Präsidiums des
Internationalen Auschwitz-Komitees keine Vereinsmeinung abgeben
kann, halte ich die von Ihnen vorgeschlagene Lösung für besonders
würdig. Vergleiche zu anderen Lösungen kann ich nicht anstellen,
da ich die Diskussion in Deutschland nicht bzw. zu wenig kenne.
Ich meine aber, daß die Auswahlkommision gut beraten wäre,
sich mit Ihrem Konzept besonders nachdrücklich zu befassen.”
Kurt Hacker,
Präsident des internationalen Auschwitz-Komitees
(Wien), 1998
„...Ich verstehe Ihre Sorge, daß man sich einarbeiten und mitdenken
muß, um Ihren Vorschlag zu verstehen; auch das Argument, daß dies
Zeit braucht. Sie sollten nicht vergessen, daß in der politischen
Wirklichkeit die Dinge zur Entscheidung drängen, daß der
Bundeskanzler heute eine Entscheidung dem Bundestag übertragen hat; daß
mit anderen Worten die Zeit effektiv nicht zur Verfügung stehen
wird, die Sie wünschen und glauben zu benötigen. Es wäre schade,
wenn ein interessanter und berechtigter Anstoß zum Nachdenken
nicht berücksichtigt wird, nur weil der Initiator sich dafür mehr
Zeit lassen will, als objektiv vorhanden ist. Wer zu spät kommt,
den bestraft das Leben, hat Gorbatschow einmal
gesagt.”
Egon
Bahr (SPD), 1999
Stern: Eisenman
entwirft, Spielberg liefert zu - mutet es nicht seltsam an, wenn
Juden das Gedenken der Deutschen an ihre jüdischen Opfer
organisieren?
Friedman:
Anscheinend können es die Deutschen alleine (immer) noch nicht.
Schade. [Aus einem Interview mit Michel Friedman, Mitglied des
Zentralrats der Juden in Deutschland, Stern 4/1999, Seite
121]
"Ich habe Ihr Buch nicht nur gelesen, sondern auch meinen Freunden
zur Lektüre überlassen."
Dr. Norbert Blüm, Minister a. D., 14. 6. 1999
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Kommentar von Ursula
Roeder-Wolf (Autorin)
Viel wurde inzwischen über die Erstellung
eines nationalen Holocaust-Mahnmals im Herzen Berlins diskutiert. Die Wunden, die auch dem Tätervolk
geschlagen und eingebrannt wurden, ließen
offenbar keine für alle Sensibilitäten gerechtwerdende Lösung zu.
Sicherlich hat das etwas mit einer noch zu
großen Nähe der älteren Menschen zu tun. Und nun wird wie
aus 'heiterem Himmel' eine sehr denkwürdige,
interessante Gestaltungsidee von einem Vertreter der Enkelgeneration gebracht, und damit sollte man sich
allen Ernstes beschäftigen, denn es leuchtet
ein, daß diese Nachfolgegeneration unbehafteter reagieren
kann.
Der Vorschlag von Thomas Zieringer
bietet eine unwahrscheinlich schlüssige Denkmalgestaltung an, die
entgegen moderner Zeit-Monumente eine Mahnmalstätte entwickelt,
die ineinandergreifende Vorgänge in den
verschiedenen Ringen deutlich macht und sie in
Bezug zu einer fließenden Bewegung
setzt, in der nicht nur der Tod und das Grauen bzw.
die Erstarrung zum Ausdruck kommen, sondern
auch die andere lichte Polarität, in die der Mensch bei seiner Geburt gestellt wird, und aus der heraus
er Auswege, Sühne in Demut und Hoffnung
finden kann.
Wir müssen diese Sicht der
jungen Menschen sehr begrüßen und bedenken, daß das, was wir heute bauen, vor allem zum Wohle unserer Kinder gebaut
werden sollte. Wenn wir Mahndenkmäler setzen
wollen, dann sollte diese Enkelgeneration einen
verständlichen Zugang zu dem Denkmalinhalt
finden können und eine Hilfe bekommen für ihre eigene Lebensbewältigung. Wir müssen ihr Mut machen, Mut für eine
gute und tröstliche Zukunft, und wir müssen
ihr das Vertrauen vermitteln, daß sie mündige Lebensträger für
eine gerechte und gute Welt
sind.
Durch die von Thomas Zieringer in
Unruhe und Aufregung durchgearbeitete Vision seines Friedensmals erfahren wir die gute und richtige Wegweisung
zur Lösung innerer Probleme, Verklemmungen
und Schwierigkeiten und gerade, weil er das Friedensmal direkt und unmittelbar vom allumfassenden Individuum Mensch
her aufrollt und die Volksverirrungen mit
den in jedem Menschen angelegten polaren Naturen erklärt, die
einen Menschen einmal durch unverarbeitete
Verletzungen, Kränkungen, Minderwertigkeitsgefühle etc. zum kranken Wesen oder mit der Kraft der Liebe zu einem
gesunden, heilen Wesen machen, kann man bei
seinem Friedensmal von einer gelungenen Symbiose sprechen: es
ist eine würdige Erinnerungsstätte des
vergangenen Holocausts und ein stiller Meditationsplatz für Menschen jeden Alters, die Antworten suchen bei ihrer
eigenen
Lebensherausforderung.
Zeitungsartikel (Bergsträßer Anzeiger - Süd
Hessen), Pfingsten 1999
Buchbesprechung von Christina
Birk (Theologin)
Ein "Wendepunkt" zu neuer
Menschlichkeit Buch über den Holocaust von Thomas
Zieringer / Lebensbejahung, Liebe und Hoffnung
Bensheim. Was, schon wieder ein neues Buch über den Holocaust?
Ist darüber nicht schon alles gesagt, diskutiert, geschrieben
worden, was es zu sagen und zu schreiben gibt? Nein,
„Wendepunkt - die Vision einer neuen Menschlichkeit” des Bensheimer
Autors und Therapeuten Thomas Zieringer ist weit mehr als „nur” eine
weitere. Dokumentation über
die Verbrechen der Nazi-Diktatur und ihre Greueltaten an den
jüdischen Mitbürgern. Wie schon der Titel andeutet,
geht es Zieringer mit dem Buch, in dem er einen Entwurf für ein
Holocaust-Mahnmal vorstellt und erklärt, um einen ganz neuen Ansatz
zum dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte.
Zieringer geht davon aus, daß damals wie heute viele Menschen ihnen
angetanes Unrecht und Verletzungen nicht aufarbeiten, sondern
ihrerseits verletzen und Unrecht tun. Daraus folge „eine Denkweise,
die zum Holocaust führte, die heute noch vorhanden ist und die
vielen Menschen nach wie vor großes Leid bringt”, beschreibt
der Autor die Schwächen und (Sehn-)Süchte der Menschen unserer
„Ellbogengesellschaft” und gelangt so zu einem „Weg der
Heilung”, der für den Autor „vielleicht die einzige Möglichkeit,
solche Katastrophen zu vermeiden und zu mehr Menschlichkeit
ist”. „Heilung bedeutet aber nicht, einen Schlußstrich
ziehen zu wollen, Heilung ist eine Lebensaufgabe, wahrscheinlich die
schwerste Aufgabe im Leben eines Menschen”, schreibt Zieringer in
seinem 270 Seiten starken Buch. Konkret bedeute dies, „sich endlich
offen und ehrlich mit den eigenen Schmerzen und Verletzungen
auseinanderzusetzen, nicht mehr zu verdrängen und zu
vergessen”. Den Appell zu solcher
Vergangenheitsbewältigung verbindet Zieringer mit dem Aufruf zu mehr
Verantwortung - ohne deshalb schulmeisterlich den Zeigefinger zu
erheben. Wohl erschüttert er mit Berichten von
Zeitzeugen aus der Nazi-Zeit. Wie beispielsweise dem US-Soldaten
Charles Ferree, der direkt nach Kriegsende die. Grauen der Konzentrationslager erlebt hat
(„nach Dachau verbrannte ich meine Uniform in einem vergeblichen
Versuch, mich vom Todesgeruch zu befreien. Dieser Geruch ist immer
noch bei mir, 50 Jahre später. Erst vor kurzem haben meine Frau und
ich begonnen, über den Holocaust zu sprechen”). Auch mahnt er mit
der Schilderung alltäglicher Szenen die Gleichgültigkeit,
Orientierungslosigkeit,...
Rücksichtslosigkeit der Menschen des ausgehenden 20. Jahrhunderts
an. Aber immer wieder gelingt es ihm, ob er nun von
Erlebnissen mit Freunden oder spontanen Begegnungen erzählt, „die
guten und schönen Seiten im Menschen aufzuzeigen”, um so mehr
Offenheit, sich dem Schlechten der menschlichen Seele stellen
zu können”, zu gewinnen. |
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Lebensbejahung, Liebe und
Hoffnung ziehen sich als roter Faden durch das Buch, das Zieringer
als Plädoyer gegen den herrschenden Zeitgeist und für mehr
Mitmenschlichkeit versteht. Künstlerischen Ausdruck findet dieser
Appell in dem Mahnmal-Entwurf. (Siehe den nebenstehenden Bericht
„Debatte neue Impulse geben”.) Die Stärke seines
Buches liegt aber nicht nur darin, daß er mit der Erklärung dieses
Symbols der Debatte neue Impulse verleihen könnte. „Wendepunkt” lebt
davon, daß es den Bogen vom Holocaust zu den Leiden und Nöten
der Menschen unserer Zeit schlägt, daß es keine Zeichen
der Verdammung, sonder der Hoffnung setzt; daß es nicht
verurteilen, sondern heilen will. Diese Heilung
beschreibt Zieringer in den Kapiteln, in denen er die seelischen
Probleme der Menschen heute analysiert, als Lösungsansätze, die sich
auch in der therapeutischen Praxis bewährt haben. An anderer Stelle
liegt der Schwerpunkt auf philosophischen und theologischen Fragen:
Doch betet er hier nie festgefahrene.
Glaubensaussagen herunter, verfällt auch nicht in akademische
Exkurse, sondern. vermittelt in klarer,
lebendiger Sprache eine christlich geprägte, durchaus moderne. Ethik von Verantwortung, Hoffnung und Demut.
Für Thomas Zieringer könnte dies.
für alle, Männer und Frauen, Jugendliche und Senioren,
Arbeitslose und... Unternehmer, den
„Wendepunkt” offenbaren - die „Vision einer neuen...
Menschlichkeit”. |
Gedanken zum Mahnmal - Juli 1999 -
Eine Reise ins Innere des Menschen
bbs./x. Berlin tut sich schwer mit der endgültigen
Gestaltung eines nationalen Mahnmals, das dem Gedenken der
Holocaust-Opfer gerecht wird. Bundespräsident Roman
Herzog hat in seiner diesjährigen Rede zum offiziellen Gedenktag der
Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz mit großem. Nachdruck die junge Generation angesprochen,
deren Kenntnisse, Wissen und persönliches Engagement zum Thema
Holocaust er für ungleich wichtiger hält, als die Debatten und
Begriffserklärungen der Generation, die sich schon seit fünfzig
Jahren damit beschäftigt. Mit dem Vorschlag Thomas Zieringers über
den Umgang mit dem Holocaust und den Aufbruch zu einer neuen
Menschlichkeit setzt sich sein Buch „Wendepunkt” (Jahn & Ernst
Verlag, Hamburg, 1999) auseinander. Die neue
Sichtweise auf das Thema rückt den Wert des Menschen stärker in das
Bewußtsein. Es ist ein Buch über das Leben, den Menschen und die
Menschlichkeit. Der junge Autor betrachtet das
schreckliche Geschehen des Holocaust aus einem Blickwinkel, der
nicht trennend wirkt und so berühren und bewegen kann. Die
tiefgründige philosophische Betrachtung des jungen Therapeuten hat,
ohne von Religiosität bestimmt zu sein, eine christliche Prägung.
(...)
Artikel erschien u. a. in den
Lokalnachrichten Berlin |
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