Berichte von Zeitzeugen  


Kapitel:
Das Buch (1999) / Zeitzeugenberichte



Einleitende Wort zur Vorbereitung auf die Texte

Einige der Verweise zu Texten von Opfern des Holocaust habe ich wieder entfernt. Damals ging ich davon aus, einfach Berichte von Augenzeugen vor mir zu haben. Doch nach einem vertieften und nach der ersten Überraschung auch kritischeren Studium der Quellen, erschienen mir manche Texte in großen Bereichen der Darstellung manchmal bis hin zur Unglaubwürdigkeit ausgeschmückt zu sein. Heute - nach vielen Jahren der Beschäftigung mit der Thematik - weiß ich, dass der Fehler nicht einfach in einer Überzogenheit von Darstellungen lag, sondern wie ich an diese Textquellen heranging. Diese Texte beschreiben neben den Geschehnissen, die objektiv passierten, auch eine subjektive Wahrheit. Sie zeigen, wie die Opfer fühlten, was die Erlebnisse der Vergangenheit in ihrer Seele bewirkt hatten.


Die Dualität der menschlichen Natur

Die Fähigkeit zu unmenschlichen Handlungen ist nicht auf eine bestimmte Kultur oder Nation beschränkt; sie ist ein Teil der menschlichen Natur, ebenso wie die Fähigkeit zu Liebe und Mitgefühl. Wer sich intensiv mit der Geschichte auseinandersetzt, wird zu dieser Erkenntnis gelangen. Extreme Formen der Selbstwahrnehmung, sei es in Form von übersteigertem Nationalstolz oder kollektivem Selbsthass, können problematisch sein. Beide sind letztlich Ausdruck einer tieferliegenden emotionalen Disbalance und können die Entwicklung einer gesunden kollektiven Identität behindern. In Deutschland, wie in jedem anderen Land, sollte der Fokus daher auf einer ausgewogenen Selbstwahrnehmung liegen, die sich in einer reflektierten Erinnerungskultur manifestiert.


Die Komplexität von Hass und Schuld

Wer genau liest wird feststellen, dass es in den Berichten dennoch in ihrer Gesamtheit nicht gegen „die Deutschen” geht. Der Anblick, der sich den Befreiern zum Beispiel in Dachau bot, war erschreckend. Sie sahen Berge von Toten, Leichengeruch und viele Halbtote. Da stellte sich Hass auf „die Deutschen” (also alle Deutschen) ein, die dafür verantwortlich wären. Auch hier geschah dann Unrecht: deutsche Soldaten wurden nach der Kapitulation misshandelt und getötet, auch wenn sie an diesen Verhältnissen im Lager keine direkte persönliche Schuld trugen. Ein Aufrechnen von Verbrechen kann und darf dies aber nicht sein. Viel mehr möge man schauen, dass solches nie wieder geschehen kann; was also eine Gesellschaft braucht, um gesund zu bleiben.


Empfohlene Informationsquellen

Auf eine gute Informationsquelle möchte ich hinweisen und zu einem Studium dieser Informationen ermutigen. Geboten werden keine Meinungen, Interpretationen oder Kommentare, sondern es werden schriftliche Unterlagen aus dem sogenannten 3. Reich gezeigt. So kann sich jeder selbst ein Bild machen und das wird immer überzeugender sein, als nur anderen Menschen zu glauben: NS-Archiv

Auch auf diese Website will ich hinweisen. Ich hatte mit Chuck Ferree, der hinter dieser Website stand, für dieses Kapitel einige Briefe ausgetauscht. Es ist eine private Website, aber durch das Engagement ohne Lohn ist sie umso überzeugender:
The Camps



Opfer



Befreier



Informationen und Reporte



Interviews mit Opfern



Reden und Briefe der Nazis (chronologisch)


      A Poem


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Epilog



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