Kapitel: Über uns / Über mich / Gedichte



Im Schaukelstuhl


Da sitz' ich also in dem Gestühle
Hin und her, so weiß ich nicht:
Wie bring ich all' die Gefühle
Und dann noch Recht in mein Gedicht?

Wen muß man alles fragen?
Was schafft sich ein eigenes Recht?
Wieder weiter warten, darfst's nicht sagen
Zerstör den Zauber nicht im Gefecht

So sag' ich's mir, doch mein Verlangen sitzt tief und lacht mich hämich an
Du Vorsichtiger, du wirst versagen, der Anständige kommt nicht voran

So setz' ich oft schon dann ein Ende, wo noch gar kein Anfang war
Nehm' dem Spiel sogleich die Pointe, werd' ganz ernst, ich armer Narr

Sind wir doch gar erwachsene Leute
Kennen sehr wohl auch den Diskurs
So werd' ich selber dann zur Beute
Zuviel gedacht hast du Hanswurst

Du änderst nicht den Lauf der Dinge
Auch die Natur des Menschen nicht
Viel leichter es Dir gleich gelinge
So - man nicht dagegen ficht!

Genieße ganz des Tages Wonne
Ehre den, der schenkt so frei
Frag' nicht gleich, was danach komme
-Hilfst Du mir dabei?





Eden

Als Kinder geboren, frei in unserer eigenen Welt
So hat sich keine Frage nach dem Sinne je gestellt
Wir lebten heilig unsere Träume

Als Kind - verloren in dieser Welt
Die Unschuld vergeben, zum Kämpfen gestellt
Zerbrochen die Träume

Wir streben nach Gewinn
An Worte ohnmächtig verloren
Es verlangt uns nach dem Sinn
In Worten suchten ihn wir Toren

Wir wollen ändern - uns, und siegen
Und beginnen doch mehr zu verstehen
Das Ende wird im Anfang liegen
Der Freude Sinn, der bleibt bestehen.





Kennst Du das Spiel?

Hier ist dein Einsatz, nun spiele gut,
- zuviel Risiko, wo bleibt denn dein Mut?
Zu spät und vorbei, du bist nicht mehr dran,
ach du glaubst, daß man sein Glück planen kann?
Wenn die Schicksalsfäden kreuzen, dann würd's sich lohnen,
sonst wirst du sie spüren, die Macht der Dämonen.


Nur Einsicht ist zwar der Freiheit Preis,
doch wo ist der Mensch, der soviel schon weiß,
das Wissen macht schwach, es nimmt dir den Stolz,
doch wer will schon schwach sein, unter uns Prols.


Wer alles glaubt die Wahrheit zu kennen
und dennoch nicht handelt wie's dem Schein gebührt,
kannst Du mir einen Menschen nennen,
der nicht ist vom Scheine verführt?


Ein Hoch dem Theater des Lebens,
sag' mir wer ich bin und ich sage Dir wer Du bist,
Meine Rolle lern' ich nicht vergebens,
Du wirst's sehen, auch Dir viel Glück.





Welche Zeit?

Nicht meine Zeit-

Zu spät oder zu früh - Umbruchzeit

"keine Zeit", zuviel Zeit - Fernsehzeit.

Stein-Häuser; Beton-Mauern; Asphalt-Straßen

Herzen?

"Frau von heute" schaut auf Mann von Gestern

Lieber am Klavier sitzen - komponieren

- Ich will nicht dieses Spiel zu zweit.





Aufrecht sein

Im Lärm und Kampf
bestehen und siegen
soll die Weisheit darin liegen
sich im Innern zu verbiegen?

Aus der Stille, aus dem Innern,
reicher als des Goldes Schimmern,
reiner Worte sich erinnern
dass sie richten Seelen auf
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