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Die Würde des Menschen ist unantastbar (1. Artikel des Grundgesetztes). Die bildhafte Darstellung dieser Würde und dieses Prinzips macht das Denkmal in diesem Sinne zum Deutschen Friedensmal.
Der nach Selbstverwirklichung strebende Mensch dreht sich um sich selbst und verliert sich dabei immer nur mehr. Man kann lange um das Friedensmal herumgehen und kommt doch immer wieder nur an den gleichen Steinen, an den Projektionsflächen des eigenen Verstandes vorbei. Hält man aber inne und tritt über die Schwelle der Demut in den Baum des Lebens in die Beziehung zu Gott und ins Du ein, so begegnet man in sich seinem wahren Wesen. Und wer anders als der einzelne Mensch selbst kann im täglichen Leben "Friedensmal" sein? So ist es ein Projekt zum "in sich" weitertragen, denn sehr lange kann man um das Friedensmal im Kreise gehen, sowie man sich lange um sich selbst drehen kann... Bis man eines Tages über die Schwelle (der Demut) in den Baum des Lebens im eigenen Inneren einzutreten vermag und dann wurde die Botschaft im eigenen Herzen gefunden. Ich schreibe über ein geistlich-philosophisches Thema. Dass Philosophie keine Wirkung auf das tägliche Leben der Menschen entfalten würde ist ein gefährliches Vorurteil. Wird die geistige Grundlage einer Kultur zerstört, so wird die Kultur ansich zerstört. Um Missverständnisse zu vermeiden, will ich zunächst einige Feststellungen machen: Wir leben in einer christlich gegründeten Kultur. Die geistlichen Wahrheiten, die wir kennen und mehr oder weniger verstehen, werden in einer christlichen Sprache gut beschrieben. Wenn ich christliche Bilder benutze, dann soll es nicht um eine religiöse Missionierung gehen, sondern ich erkenne die geistliche Sprache unserer Kultur an und ich erkenne meine Herkunft an. Meinen eigenen Glauben will ich beim Schreiben sowieso nicht verleugnen müssen, denn aus ihm lebt doch das Projekt. Lassen Sie sich davon berühren und lassen Sie es mehr Anregung als Zumutung sein. Wer aber Glaube ohne Erkenntnis auf dieser Website erwartet, wird sich nicht gut zurechtfinden. Wahrheit ist mehr als ein bestimmtes Konzept des begrenzten menschlichen Verstandes, der über Gott nachdenkt. "Die Wahrheit" ist nicht das christliche, islamische,buddhistische oder "esoterische" Gefäß, das sie fassen soll. Wenn Jesus sagt: ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben..., spricht er gerade nicht von einem bestimmten religiösen Konzept des Verstandes, sondern er spricht von einem inneren Zustand, der im Judentum und im Christentum als der Baum des Lebens bezeichnet wird. Es ist der Zustand, in dem der Mensch in seine Würde gekommen ist als "Ebenbild Gottes" zu leben; die Torah wurde verinnerlicht, die Wahrheit - die absolut ist - wurde im eigenen Herzen gefunden. Neu daran ist nichts: es ist nur die gleiche Lehre, die schon die alten Propheten vorstellten, die nicht nur im Judentum oder Christentum zu finden ist, die aber selbst heute wenig bekannt bleibt. Nach meinem Empfinden ist dieses Friedensmal im Eigentlichen Kunst, wie sie sein sollte: schöpferisches Denken, geschöpft aus jenem viel Größeren jenseits unseres begrenzten menschlichen Verstandes. Es möge so Menschen in ihrer komplexen Gesamtheit berühren und ihnen eine Ermutigung auf ihrem Weg der inneren Heilung sein. Ein jeder muß sich aber seine eigenen Gedanken über dieses Friedensmal machen: es geht immer um eine Entwicklung, die etwas ganz Persönliches ist, die nur in jedem Menschen ganz individuell stattfinden kann. Wofür steht diese komplexe Bild vom Baum des Lebens? Dieser Baum ist das Gesetz des Lebens, im Judentum Torah genannt - nicht als äußere Weisung einer Autorität, sondern verinnerlicht als natürliche Ordnung, damit die Seele lebe (Neuer Bund, Jeremia 31,33). So wird im Menschen "der Sohn" geboren, der Himmel und Erde verbindet. Wohlgemerkt: Ich spreche von jedem Menschen, der in sich "Himmel und Erde" verbinden kann, also ein Leben aus geistlicher Perspektive führt, und damit per Definition zum "Sohn Gottes" wird. In manchen religiösen Kreisen wird unter "Sohn Gottes" heute oft nur noch die Projektion auf Jesus verstanden und die Erkenntnis, dass man selbst etwas dafür tun muss ging darin verloren. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. (Jesus, Bergpredigt) ÜBER MICH FRIEDENSKÜNSTLER, BENSHEIM, HESSEN, GERMANY Seit 11 Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema: welche Denkmale setzen wir uns als Kultur und welche Wirkung hat das auf das kollektive Bewusstsein? 1998 veröffentlichte ich ein Buch, welches die Debatte um das Holocaust-Mahnmal in Berlin um den sozialpsychologischen Aspekt bereichern sollte: ist es gut auch dann Mahnmale zu bauen, wenn der ehrliche Umgang mit dem Thema die Erkenntnis bringt, dass man Friedensmale bauen müsste, "wenn etwas aus der Vergangenheit gelernt wurde"? Das Mahnmal weist auf die Auseinandersetzung mit einem Thema hin. Leid wird angesprochen, ohne dass es zu einer Integration käme. Wir bleiben - ob Täter oder Opfer - scheinbar ohnmächtig zurück. Ein Friedensmal spricht auch Leid an, aber immer in der Fragestellung, wie das Leid des Vergangenen uns mehr in die Liebe bringen kann; wie es zum Wendepunkt wird. Erst damit können wir uns frei fühlen in der Veränderung der Dinge; wo der "Staub unserer Sehnsucht verwandelt wird zu Licht" (Nelly Sachs). Und da ist Leben, denn "alles fließt" - und Gott ist das Leben. Mahnmale sind heute zu oft nur noch politisch motiviert. Friedensmale sind schöpferischer Ausdruck für den Menschen; wahre Kunst, die als solche immer einen geistlichen Kontext hat. Warum wir Friedenszeichen bauen Wenn nur noch von Mahnmälern gesprochen wird - bei aller Berechtigung - aber die Idee, Zeichen des Friedens und der Versöhnung zu setzen, absurd erscheint, weil sich für solche Zeichen in dieser Welt niemand mehr interessiert, stehen wir dann vorm Abgrund? Wenn es eines Tages keine heiteren Narren mehr gibt, die den Mut haben, trotz allem und gerade weil die Welt so ist, wie sie ist, Zeichen des Friedens und der Versöhnung zu setzen - bei aller scheinbaren Vergeblichkeit - dann sind wir hoffnungslos im Abgrund. Verloren. Denn es wäre eine kalte Welt ohne Liebe. Eine sterbende Welt. Liebe will gar nicht verändern - weder die Welt noch die Menschen. Sie IST Veränderung. Sie mag nach Narretei aussehen und ist doch größte Weisheit. Sie ist Leben. Wo stehen wir?
Dunkelheit kann Dunkelheit nicht vertreiben; nur Licht kann das. Hass kann Hass nicht vertreiben; nur Liebe kann das. Dr. Martin Luther King Herzensbildung Man muß als einzelner Mensch seiner Sehnsucht Ausdruck und Gestalt verleihen können, damit diese Sehnsucht nicht stirbt. Aber auch eine Gesellschaft muß dem Ausdruck verleihen, was da an Wünschen und Ängsten vorhanden ist, um Orientierung und Klarheit zu gewinnen. Das Friedensmal ist ein Ausdruck der Sehnsucht nach Freiheit und Frieden im Menschen. Das Friedensmal taugt nicht zur politischen Kontroverse. Es bezeichnet keine bestimmte Opfergruppe. Es trägt die Botschaft von Erlösung und neuem Leben; in einem christlichen Konzept ausgedrückt: von Ostern. Beim Friedensmal wird nicht mehr aufgerechnet, welches Leid darzustellen sei, es ist jenseits davon, ermöglicht durch echte Vergebung: Leid ist zu transzendieren und eine Last in Segen zu wandeln. Das Leid ist ganz allgemein dieser in dieser Welt befangenen Menschenseele zugeordnet. Aufgabe sei aber zu finden, was Erlösung vom Leid und seelischer Gefangenheit bringt und sich dafür einzusetzen, dafür zu leben, es durch einen fließen zu lassen; tatsächlich zu lernen die Liebe zu leben - da der Sohn in einem selbst Wirklichkeit wurde, weil er erkannt wurde. Man findet sich dann selbst als Sohn, als Tochter dessen, der als Macht hinter allem Leben steht. "Wäre Christus tausendmal zu Bethlehem geboren und nicht in dir, du wärest ewiglich verloren." (Angelus Silesius) Die (Erinnerungs)steine im Friedensmal sind deshalb leer; offen und frei für das, was da an Projektion im Menschen vorhanden ist. Denn: das eigentliche Friedensmal kann sich nur im Menschen selbst verwirklichen. Als nationales Friedensmal möge auf die Steine die Last der deutschen Vergangenheit projiziert werden: Verfolgung, Krieg, Holocaust. Jeder dieser Steine steht aber für die Wandlung der Last in einen Segen für die Zukunft, was "deutsche Verantwortung" sei.
Das Friedensmal ist eine große Idee, die für das Leben steht. Es möge als solche - in Stille - gewürdigt und gefunden werden. Das Friedensmal steht für die Versöhnung - durch Wahrheit, Gerechtigkeit und Vergebung; was eben der Baum des Lebens im Friedensmal bezeichnet. So können dann manche Menschen auch erkennen: Wir schaffen keine Versöhnung, weil wir weder Wahrheit, noch Gerechtigkeit, noch Vergebung fertigbringen. Und so zielt dann das Friedensmal auch auf das Eigentliche, was der Mensch in seinem Glauben an eine tiefere Wirklichkeit bzw. Höhere Macht finden mag. Das sei dann aber Aufgabe der Religion und da kann das Friedensmal ein Weckruf sein. Christlich ausgedrückt: Der Friede, nach der sich die Menschheit sehnt, wächst aus der Versöhnung, für die wiederum Vergebung die Voraussetzung ist. Dann ist der Friede mit und von Gott möglich. In dem Wort Versöhnung steckt als Bedeutung das Wort Ver-Sohnung. Es ist der Friede, der sich auf dem Weg (mit Gott) zu sich selbst finden läßt und den der Einzelne so - im Sohn - in die Welt schenken kann. Ein Friedensmal für Deutschland ist kein Bensheimer Projekt, auch kein nationales, sondern ein internationales, da sich auch unser Land nur in Beziehung zu anderen Ländern begreifen kann, wie sich auch der Einzelne nur in Beziehung zu den Anderen begreifen kann. Es ist ein notwendiger Beitrag zur deutschen Kultur.
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