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Friedenszeichen Weiße Schwelle, 33 Steine (konisch) in schwarzem Kies, Symbol vom Baum des Lebens    © Thomas Zieringer


Warum braucht Deutschland ein Friedensmal?

Das Friedensmal ist ein Zeichen der Versöhnung zwischen Völkern, Menschen und im eigenen Wesen. Das Gedenken an die schmerzvolle Vergangenheit ist wichtig, aber wir müssen darüber hinaus die Last wandeln wollen in einen Segen. Nur das ist gelebtes Evangelium.

Was lässt sich an geistlicher Einsicht lernen? Nur darauf lässt sich eine Zukunft bauen, denn das Fundament unserer in Jahrtausenden gewachsenen Kultur ist doch ein geistiges! Damit es trägt, muss dies aber in den Zeichen, die sich eine Kultur immer wieder neu setzt, in der Denkmalkultur, sichtbar werden. Es gibt zwar heute Friedensdenkmäler, frühere Kriegsdenkmäler, die zum Frieden mahnen, aber nicht eines, das in seiner geistlichen Symbolik - an der Wurzel unserer Kultur - selbst den Frieden darstellte, ihn in dieser Form vor der Welt proklamierte.

Ohne die Idee des Friedens in den Herzen der Menschen gibt es keinen Frieden in der Welt. Ein Blick in die Zeitung zeigt, dass die Vergangenheit keinesfalls bewältigt ist. Dies nimmt Kraft, die Zukunft zu gestalten. Diese Bewältigung - der Segen - muss sich im Gedenken spiegeln und in den Bauwerken festmachen.

FRIEDENSMAL WENDEPUNKT, BENSHEIM, SÜD-HESSEN

Der Baum des Lebens durchbricht den dunklen Teufelskreis von Terror und Gewalt. Die Steine stehen als Projektionsflächen. Sind wir in den relativen Wahrheiten (Projektionen) unseres Verstandes gefangen oder haben wir einen Zugang zur tieferen Wahrheit des Herzens gefunden?

Umgeben ist das Denkmal von der weißen Schwelle der Demut. Auf ihr steht geschrieben: "In ihr Inneres habe ich meine Weisung gegeben". (Jeremia, Neuer Bund)

Das Denkmal zeigt den Menschen auf dem Weg zu sich selbst. In seiner Mitte wendet er sich - Friedensmal Wendepunkt - und trägt den Segen nach außen in die Welt.


„Die Würde des Menschen ist unantastbar” (1. Artikel des Grundgesetztes). Die bildhafte Darstellung dieser Würde und dieses Prinzips macht das Denkmal in diesem Sinne zum  Deutschen Friedensmal.


Ziele des Projektes Paradigmenwechsel im Gedenken



Ein Friedensmal als nationale Gedenkstätte

Eine Kultur definiert sich durch ihre Bilder. So drückt sich eine Kultur in ihrer Architektur, ihren Symbolen und Kunstwerken aus.

Was aber sagt es über eine Kultur aus, wenn es alte Kriegsdenkmäler und neue Mahnmale als nationale Gedenkstätten gibt, aber kein Friedensdenkmal als nationales Symbol? Wieviel Sinn machen letztlich Mahnmale, wenn durch sie kein Friedensmal möglich wird?

In diesem Satz drückt sich ein Paradigmenwechsel aus, hin zu einem anderen Gedenken, das nicht im Schmerz stehen bleibt sondern ihn annimmt und in den Frieden leitet. Historische Entwicklung:

- Am Anfang des Projektes im Jahr 1998 stand die Mahnmaldebatte. Mir fiel auf, dass sich diese Debatte um sich selbst drehte. Wirklich neue Perspektiven hatten keine Chance, überhaupt wahrgenommen zu werden. Durch eine therapeutische Ausbildung erkannte ich, dass es sich weit mehr als um eine Frage nach der richtigen Architektur um die Frage nach dem richtigen Umgang mit einem Trauma handelt. So übertrug ich die Erkenntnis über den Umgang mit Traumata auf die gesellschaftliche Ebene und konnte den Paradigmenwechsel als ein neues Gedenkkonzept formulieren.

- Das Projekt dieser nationalen Gedenkstätte und die Philosophie eines neuen Gedenkens wurde 1999 im Buch "Friedensmal Wendepunkt" (Jahn & Ernst Verlag) der Öffentlichkeit vorgestellt und über Presseartikel, weit mehr als 1000 Briefsendungen an Multiplikatoren und vor allem über diese Website, die es seit dem Jahr 1998 mit jährlich über 12.000 Besuchen gibt, verbreitet. Inzwischen hat das Früchte getragen und die ersten Projekte dieser Art von anderen Künstlern sind im Entstehen. Auch der Begriff Friedensmal statt Friedensdenkmal - damit wollte ich sowohl den Charakter des Zeichens, in dem sich ein neues Denken manifestiert, als auch den Kontrast zum Mahnmal hervorheben - beginnt sich zu etablieren.

- Im Jahre 2001 wurde der Verein gegründet, der die finanziellen Möglichkeiten für das Projekt durch das Sammeln von Spenden über viele Jahre hinweg schuf.

- Im Jahre 2004 gewann ich die Unterstützung des Dalai Lama für diesen Paradigmenwechsel im Gedenken, denn es würde den Menschen bei der inneren Transformation helfen.

- Im Jahre 2006 konnte schließlich das Grundstück für das Friedensmal gekauft werden. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch spricht sich in einem persönlichen Anschreiben für die Verwirklichung dieses Projektes aus (siehe Kommentare).

- Im Jahr 2008 spricht sich bei der Neujahrsansprache der katholische Dekan Thomas Groß, der für diesen Bezirk zuständig ist, für dieses Projekt aus. Mir war es immer ein Anliegen, dass dieses Projekt auch als religiös verbindend, ohne die Unterschiede zu verwischen, verstanden und angenommen wird.

- Im Jahr 2009 ist der Verein nun in der Lage, das Denkmal zu bauen, da die Voraussetzungen geschaffen sind, dass es verstanden und angenommen werden kann. Ohne die richtigen Verbindungen zu den etablierten Kreisen etwas Neues ins Bewußtsein zu rücken ist schwierig. Doch die neuen Gedanken können nur aus den unetablierten Bereichen kommen und einen anderen Weg gibt es nicht. Das soll allen anderen Menschen mit neuen Ideen, die noch nicht recht angenommen werden, Mut machen.


Ein Zeitraum von 11 Jahren für die entgültige Entwicklung eines Projektes mag in der heutigen Schnelllebigkeit als eine lange Zeit erscheinen. Bedenkt man jedoch, dass es einen großen Paradigmenwechsel umfasst, sind 11 Jahre - vor allem an Denkarbeit - keine lange Zeit. Nehmen Sie sich also die Zeit zum lesen. Es war viel Mühe - viele Jahre an Lebenszeit - diese Gedanken zu entwickeln.

Auf der Ebene der Ideen sind die Ursachen gesetzt, d. h. also in unserem Denken. Der Wirkung begegnen wir dann in der Welt. Wer verändern will, muss es auf der Ebene der Ideen tun. Wir denken in Worten und Bildern, die vorhanden sein müssen. Die Idee teilt sich mit.

Deshalb braucht Deutschland Friedensmale - und dieses Friedensmal, um sich zu finden.



Was ist "Selbstverwirklichung"?

Der nach Selbstverwirklichung strebende Mensch dreht sich um sich selbst und verliert sich dabei immer nur mehr. Man kann lange um das Friedensmal herumgehen und kommt doch immer wieder nur an den gleichen Steinen, an den Projektionsflächen des eigenen Verstandes vorbei. Hält man aber inne und tritt über die Schwelle der Demut in den Baum des Lebens in die Beziehung zu Gott und ins Du ein, so begegnet man in sich seinem wahren Wesen.

Und wer anders als der einzelne Mensch selbst kann im täglichen Leben "Friedensmal" sein? So ist es ein Projekt zum "in sich" weitertragen, denn sehr lange kann man um das Friedensmal im Kreise gehen, sowie man sich lange um sich selbst drehen kann... Bis man eines Tages über die Schwelle (der Demut) in den Baum des Lebens im eigenen Inneren einzutreten vermag und dann wurde die Botschaft im eigenen Herzen gefunden.

Ich schreibe über ein geistlich-philosophisches Thema. Dass Philosophie keine Wirkung auf das tägliche Leben der Menschen entfalten würde ist ein gefährliches Vorurteil. Wird die geistige Grundlage einer Kultur zerstört, so wird die Kultur ansich zerstört. Um Missverständnisse zu vermeiden, will ich zunächst einige Feststellungen machen: Wir leben in einer christlich gegründeten Kultur. Die geistlichen Wahrheiten, die wir kennen und mehr oder weniger verstehen, werden in einer christlichen Sprache gut beschrieben. Wenn ich christliche Bilder benutze, dann soll es nicht um eine religiöse Missionierung gehen, sondern ich erkenne die geistliche Sprache unserer Kultur an und ich erkenne meine Herkunft an. Meinen eigenen Glauben will ich beim Schreiben sowieso nicht verleugnen müssen, denn aus ihm lebt doch das Projekt. Lassen Sie sich davon berühren und lassen Sie es mehr Anregung als Zumutung sein. Wer aber Glaube ohne Erkenntnis auf dieser Website erwartet, wird sich nicht gut zurechtfinden.

Wahrheit ist mehr als ein bestimmtes Konzept des begrenzten menschlichen Verstandes, der über Gott nachdenkt. "Die Wahrheit" ist nicht das christliche, islamische,buddhistische oder "esoterische" Gefäß, das sie fassen soll. Wenn Jesus sagt: ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben..., spricht er gerade nicht von einem bestimmten religiösen Konzept des Verstandes, sondern er spricht von einem inneren Zustand, der im Judentum und im Christentum als der Baum des Lebens bezeichnet wird. Es ist der Zustand, in dem der Mensch in seine Würde gekommen ist als "Ebenbild Gottes" zu leben; die Torah wurde verinnerlicht, die Wahrheit - die absolut ist - wurde im eigenen Herzen gefunden. Neu daran ist nichts: es ist nur die gleiche Lehre, die schon die alten Propheten vorstellten, die nicht nur im Judentum oder Christentum zu finden ist, die aber selbst heute wenig bekannt bleibt. Nach meinem Empfinden ist dieses Friedensmal im Eigentlichen Kunst, wie sie sein sollte: schöpferisches Denken, geschöpft aus jenem viel Größeren jenseits unseres begrenzten menschlichen Verstandes. Es möge so Menschen in ihrer komplexen Gesamtheit berühren und ihnen eine Ermutigung auf ihrem Weg der inneren Heilung sein. Ein jeder muß sich aber seine eigenen Gedanken über dieses Friedensmal machen: es geht immer um eine Entwicklung, die etwas ganz Persönliches ist, die nur in jedem Menschen ganz individuell stattfinden kann.

Wofür steht diese komplexe Bild vom Baum des Lebens? Dieser Baum ist das Gesetz des Lebens, im Judentum Torah genannt - nicht als äußere Weisung einer Autorität, sondern verinnerlicht als natürliche Ordnung, damit die Seele lebe (Neuer Bund, Jeremia 31,33). So wird im Menschen "der Sohn" geboren, der Himmel und Erde verbindet. Wohlgemerkt: Ich spreche von jedem Menschen, der in sich "Himmel und Erde" verbinden kann, also ein Leben aus geistlicher Perspektive führt, und damit per Definition zum "Sohn Gottes" wird. In manchen religiösen Kreisen wird unter "Sohn Gottes" heute oft nur noch die Projektion auf Jesus verstanden und die Erkenntnis, dass man selbst etwas dafür tun muss ging darin verloren.

Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. (Jesus, Bergpredigt)



ÜBER MICH

FRIEDENSKÜNSTLER, BENSHEIM, HESSEN, GERMANY

Seit 11 Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema: welche Denkmale setzen wir uns als Kultur und welche Wirkung hat das auf das kollektive Bewusstsein? 1998 veröffentlichte ich ein Buch, welches die Debatte um das Holocaust-Mahnmal in Berlin um den sozialpsychologischen Aspekt bereichern sollte: ist es gut auch dann Mahnmale zu bauen, wenn der ehrliche Umgang mit dem Thema die Erkenntnis bringt, dass man Friedensmale bauen müsste, "wenn etwas aus der Vergangenheit gelernt wurde"?

Das Mahnmal weist auf die Auseinandersetzung mit einem Thema hin. Leid wird angesprochen, ohne dass es zu einer Integration käme. Wir bleiben - ob Täter oder Opfer - scheinbar ohnmächtig zurück.

Ein Friedensmal spricht auch Leid an, aber immer in der Fragestellung, wie das Leid des Vergangenen uns mehr in die Liebe bringen kann; wie es zum Wendepunkt wird. Erst damit können wir uns frei fühlen in der Veränderung der Dinge; wo der "Staub unserer Sehnsucht verwandelt wird zu Licht" (Nelly Sachs). Und da ist Leben, denn "alles fließt" - und Gott ist das Leben.

Mahnmale sind heute zu oft nur noch politisch motiviert. Friedensmale sind schöpferischer Ausdruck für den Menschen; wahre Kunst, die als solche immer einen geistlichen Kontext hat.




Warum wir Friedenszeichen bauen

Wenn nur noch von Mahnmälern gesprochen wird - bei aller Berechtigung - aber die Idee, Zeichen des Friedens und der Versöhnung zu setzen, absurd erscheint, weil sich für solche Zeichen in dieser Welt niemand mehr interessiert, stehen wir dann vorm Abgrund?

Wenn es eines Tages keine heiteren Narren mehr gibt, die den Mut haben, trotz allem und gerade weil die Welt so ist, wie sie ist, Zeichen des Friedens und der Versöhnung zu setzen - bei aller scheinbaren Vergeblichkeit - dann sind wir hoffnungslos im Abgrund. Verloren.

Denn es wäre eine kalte Welt ohne Liebe. Eine sterbende Welt.

Liebe will gar nicht verändern - weder die Welt noch die Menschen. Sie IST Veränderung. Sie mag nach Narretei aussehen und ist doch größte Weisheit. Sie ist Leben.

        Wo stehen wir?




Dunkelheit kann
Dunkelheit nicht vertreiben;
nur Licht kann das.

Hass kann Hass nicht vertreiben;
nur Liebe kann das.

Dr. Martin Luther King




Herzensbildung
„Was soll denn so ein Denkmal der Welt helfen?” - fragt so mancher Mensch, der sich auf dem Boden der Tatsachen wähnt und sich gerne als Realist sieht. Wie realistisch ist aber tatsächlich derjenige, der nicht die Macht der Idee anerkennt? Sind es nicht so oft die kleinen und zunächst abwegig erscheinende Ideen, die dann doch die Welt verändern? Was soll also dieses Denkmal der Welt helfen?

Man muß als einzelner Mensch seiner Sehnsucht Ausdruck und Gestalt verleihen können, damit diese Sehnsucht nicht stirbt. Aber auch eine Gesellschaft muß dem Ausdruck verleihen, was da an Wünschen und Ängsten vorhanden ist, um Orientierung und Klarheit zu gewinnen. Das Friedensmal ist ein Ausdruck der Sehnsucht nach Freiheit und Frieden im Menschen.

Das Friedensmal taugt nicht zur politischen Kontroverse. Es bezeichnet keine bestimmte Opfergruppe. Es trägt die Botschaft von Erlösung und neuem Leben; in einem christlichen Konzept ausgedrückt: von Ostern. Beim Friedensmal wird nicht mehr aufgerechnet, welches Leid darzustellen sei, es ist jenseits davon, ermöglicht durch echte Vergebung: Leid ist zu transzendieren und eine Last in Segen zu wandeln. Das Leid ist ganz allgemein dieser in dieser Welt befangenen Menschenseele zugeordnet. Aufgabe sei aber zu finden, was Erlösung vom Leid und seelischer Gefangenheit bringt und sich dafür einzusetzen, dafür zu leben, es durch einen fließen zu lassen; tatsächlich zu lernen die Liebe zu leben - da „der Sohn” in einem selbst Wirklichkeit wurde, weil er erkannt wurde. Man findet sich dann selbst als Sohn, als Tochter dessen, der als Macht hinter allem Leben steht. "Wäre Christus tausendmal zu Bethlehem geboren und nicht in dir, du wärest ewiglich verloren." (Angelus Silesius)

Die (Erinnerungs)steine im Friedensmal sind deshalb leer; offen und frei für das, was da an Projektion im Menschen vorhanden ist. Denn: das eigentliche Friedensmal kann sich nur im Menschen selbst verwirklichen. Als nationales Friedensmal möge auf die Steine die Last der deutschen Vergangenheit projiziert werden: Verfolgung, Krieg, Holocaust. Jeder dieser Steine steht aber für die Wandlung der Last in einen Segen für die Zukunft, was "deutsche Verantwortung" sei.

Die Ideen selbst sind entscheidend; nicht der Kampf mit den Auswirkungen der Ideen

Das Friedensmal ist eine große Idee, die für das Leben steht. Es möge als solche - in Stille - gewürdigt und gefunden werden. Das Friedensmal steht für die Versöhnung - durch Wahrheit, Gerechtigkeit und Vergebung; was eben der Baum des Lebens im Friedensmal bezeichnet. So können dann manche Menschen auch erkennen: Wir schaffen keine Versöhnung, weil wir weder Wahrheit, noch Gerechtigkeit, noch Vergebung fertigbringen. Und so zielt dann das Friedensmal auch auf das Eigentliche, was der Mensch in seinem Glauben an eine tiefere Wirklichkeit bzw. Höhere Macht finden mag. Das sei dann aber Aufgabe der Religion und da kann das Friedensmal ein Weckruf sein.

Christlich ausgedrückt: Der Friede, nach der sich die Menschheit sehnt, wächst aus der Versöhnung, für die wiederum Vergebung die Voraussetzung ist. Dann ist der Friede mit und von Gott möglich. In dem Wort Versöhnung steckt als Bedeutung das Wort Ver-Sohnung. Es ist der Friede, der sich auf dem Weg (mit Gott) zu sich selbst finden läßt und den der Einzelne so - im Sohn - in die Welt schenken kann.

Ein Friedensmal für Deutschland ist kein Bensheimer Projekt, auch kein nationales, sondern ein internationales, da sich auch unser Land nur in Beziehung zu anderen Ländern begreifen kann, wie sich auch „der Einzelne” nur in Beziehung zu „den Anderen” begreifen kann. Es ist ein notwendiger Beitrag zur deutschen Kultur.


„Peace is in a weak position” sagte der Dalai Lama in einem Gespräch (Artikel) mit dem Autor über das Friedensmal. Das war als Ermutigung für den Bau gemeint. Jedoch traf die Aussage auch auf andere Weise zu: Im Laufe der Entwicklung des Projektes hat sich der geplante Standort aus politischen Gründen von der weltlichen Hauptstadt Berlin, über die „geistliche Hauptstadt” Fulda in den stillen Odenwald verlagert (Oden... von indogerm. Udan; es bedeutet Wasser und steht für die Seele). Dies nun ist der ehrlichste Ort; und tief in der als Schwachheit empfundenen Stille liegt die ganze innere Stärke!




Link:  Symbolik des Friedensmals und Referenz des hess. Ministerpräsidenten
Erfahren Sie  hier mehr  über die tiefere Bedeutung der im Friedensmal verwendeten Symbolik.



Steinkreise - zwischen Mahnmal und Stonehenge?
Diese Überschrift habe ich gewählt, weil ich jene Begriffe des öfteren von Menschen, denen ich das Friedensmal vorstellte, als Vergleich hörte. Hier ein Bild des Holocaust-Mahnmals in Berlin und hier ein Bild von Stonehenge. Beide haben in der Gestaltung und ihrer Wirkung auf den Betrachter keine Ähnlichkeit mit dem Friedensmal. Das Berliner Mahnmal befindet sich in der Stadt, die "Steine" sind tatsächlich 2700 graue Betonblöcke mit geringer Haltbarkeit (Risse), wie es dem Zeitgeist entspricht. Stonehenge ist wie das Friedensmal in die Natur gebaut und besteht aus monumentalen haltbaren Felsblöcken. Im Friedensmal findet sich eine andere Steinsorte, nämlich der charaktervolle Odenwald-Quarzit und eine völlig andere Form, Anordung und Größe der Steine. Stonehenge besteht ursprünglich aus einem geschlossenen Steinkreis, der eine Kultstätte umfasst. Das Friedensmal besteht aus 3 einfachen Steinkreisen - die nicht geschlossen sind - angeordnet um ein altes gerade im Judentum und Christentum bekanntes religiöses Symbol: dem Baum des Lebens. Er überwindet allen Kult, da er dafür steht, daß der Mensch in sich selbst die Verbindung mit Gott gefunden hat und es deshalb der Kulte nicht mehr bedarf. „Ihr aber sollt euch nicht Rabbi (Priester) nennen lassen, denn einer ist euer Meister, der Christus; ihr aber seid alle Brüder.” (Matthäus 23,8)

Friedensmal Wendepunkt zeigt einen Steinkreis, der in dieser Formensprache die Vorzeit unseres Landes anspricht und jene Wurzel in unserem kollektiven und individuellen Bewußtsein berührt. Der im Dunklen gegründete Kreis ist durchbrochen vom Baum des Lebens, als Teil und Zentrum von ihm, der für den Weg, also die Entwicklung der Seele im Menschen, steht. Die Steine stellen die Projektionsflächen des Verstandes dar; die Früchte vom „Baum der Erkenntnis”. Der Baum des Lebens gilt der Herzensbildung. - „Die Vernunft sei dem Menschen eigen, wie die Liebe eigen der Vernunft. Im Streben danach ist das Leben und überdauert seine Zeit.” (Markus Rabanus)



Deutsche Identität
So zeigt diese Symbolik einen positiven Weg mit der Last der Vergangenheit umzugehen, daß die Last in einen Segen gewendet sei. Es entsteht ein neues positives Identitätsgefühl, das Aufgabe und Verantwortung unseres Landes beschreibt und überlebenswichtig für die Kultur ist. So zeigt diese Symbolik, wie wir die begrenzenden Bilder unserer inneren Welt, die uns  heute unfrei halten, durchbrechen und in ein tieferes Verständnis vom Menschsein wandeln können. Es ist die Suche nach dem Weg - man ging so oft schon um den Kreis herum und drehte sich um sich selbst...  Der Tritt über die Schwelle ins Friedensmal bezeichnet den echten Weg ins eigene Innere; man dreht sich nicht mehr um sich selbst. Man kann in echte Beziehungen gehen, weil man endlich bei sich ist. Durch den hier beschrieben Prozess kann die innere schöpferische Kraft wieder frei zum fließen kommen und es entsteht Zukunft. Das gilt im Persönlichen wie auch auf das Land bezogen. Das Friedensmal entstand als nächster Schritt nach dem Berliner Mahnmal - nicht als Gegenthese, sondern als Synthese der Darstellung von Schmerz und der Lösung und Wandlung im Mitgefühl.


Ein Weg in die Beziehung
Das Mal wirkt auf der Beziehungsebene (DU / Baum des Lebens) und es sei Identifikationssymbol für die Überwindung der Entfremdung des Menschen in der heutigen seelenfeindlichen Zeit, in der er sich einer materialistischen und technokratischen Ideologie (Steine als Projektionsflächen für die Bilder des Verstandes) ausgeliefert sieht. So spricht dieses Mal von einem neuen Aufbruch im Geistigen und von einem Menschen, der wieder zu sich selbst gekommen ist und sich so von innen gefestigt nach außen geben kann. Damit ist dieses Friedensmal ein wahres Freiheitsmal.

Das Friedensmal ermutigt dazu, sich wieder jenes wertvollsten Potentials im Menschen bewußt zu werden, nämlich das, was den Menschen erst zum Menschen macht: seine geistige Dimension. Erst durch diese kann sich uns in unserer kurzen Lebenszeit die ganze Schönheit und Tiefe des Lebens erschließen. Die meisten Menschen sterben, ohne je gelebt zu haben. Wann werden wir begreifen, daß es im Leben darum geht, die Liebe zu lernen?   



Die Kraft des Zeichens
Eine Idee kann die Kraft haben, einer Gesellschaft Veränderung zu bringen. Der Ausdruck einer Idee - das Zeichen - befördert sie und so kann in diesem Denkmal die Kraft der Veränderung - alles Leben ist Veränderung - wirken. Es wäre die erste nationale Gedenkstätte in Deutschland in Form eines Friedensmals. Diese Stätte bringt ins Bewußtsein, daß ein Denkmal nicht zwangsläufig auf die Vergangenheit bezogen sein muß, sondern gleichermaßen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbindend ansprechen kann. Warum gab es bislang noch kein solches Friedensmal aber unzählige Mahnmale, deren Konsequenz im Ausdruck als Denkmalgestaltung doch irgendwann nur ein Friedensmal sein kann? Im dialektischen Prozess sind Mahnmale (Konfrontation) ein notwendiger Zwischenschritt zu einem Friedensmal (Integration). Jedoch spricht aus aller Absicht der Konfrontation mit Vergangenem ohne die Integration, ohne die gute Frucht der Anstrengung im Blick zu haben, eine Blockade und sie ist als solche ein (ungewollter) Mißbrauch. So ist ein Friedensmal auch ein Aufruf zur Ehrlichkeit in der Anstrengung Vergangenheit zu bewätigen.

Das Friedensmal bricht die Bindung an den Glauben an eine fruchtlose Konfrontation ohne Aufbruch und Heilung, der eigentlich eine Opferhaltung bezeichnet, auf. Es befreit als Wendepunkt zur Arbeit für eine bessere Zukunft, eben als Konsequenz schlechter Erfahrungen der Vergangenheit; damit ist gerade auch der Einzelne gemeint. Es befreit Deutschland dazu, sich in einer bisher nicht vorstellbaren Kraft seiner geschichtlichen Verantwortung zu stellen und im Sinne des Friedensmals in der Welt zu wirken. Es befreit dazu, nicht nur die Last im Vergangenen zu sehen, sondern auch den Auftrag und die Möglichkeit gerade jetzt einen Segen zu bringen. Es befreit Deutschland aus seiner Opferhaltung, die zunächst geschichtlich betrachtet kurios erscheinen kann, aber dialektisch betrachtet in der einseitigen Bindung an die Stufe der Konfrontation begründet liegt. Die Überwindung dieser Bindung öffnet auch den Blick (wieder) für das Geistige. Damit ist viel erklärt.

Das Konzept vom Friedensmal beruht auf einer Einsicht, die schon Platon in seiner Ideenlehre zum Ausdruck brachte: Alle Entwicklungen, die wir in der Welt erkennen sind Auswirkungen von Ideen im Geistigen. Veränderung kann also auch nur im Geistigen geschehen. Dort wird sie in Gang gesetzt, dort gilt es zu arbeiten. Der Versuch die Welt zu verändern ohne Beachtung der geistigen Realität ist wie ein „Kampf gegen Windmühlenflügel” - fruchtlos. Es ist zu hoffen, daß in unserer Gesellschaft noch rechtzeitig die Erkenntnis wiederentdeckt wird, wo Heil und wo Unheil liegt, daß sie wieder lernt dem Geistigen den Stellenwert zuzumessen, den es tatsächlich auch innehat. Das scheint mir eine Überlebensfrage unserer Gesellschaft zu sein. Es war nicht ganz grundlos, daß Deutschland einst als Nation der Dichter und Denker bezeichnet wurde. Wo stehen wir heute?

Das Friedensmal liegt am Europäichen Fernwanderweg Nr. 8 und ist nur über einen Fußmarsch zu erreichen. Darin liegt die Botschaft, daß man sich für den Frieden auf den Weg machen muß, daß die Bewahrung von Gutem, Schönem und Wahrem immerwährender Anstrengung bedarf und daß das Wahre und Echte oft im Stillen, im unwichtig und klein erscheinenden zu finden ist - und nicht im Lärm der Welt. Weil das so ist, kann und darf sich ein Friedensmal auch nur von unten her - vom Einzelnen, der seine eigene Verantwortung wahrnimmt - entwickeln und eben gerade nicht als von oben geplantes Projekt der politischen Klasse. Letzlich ist so der verstehende Besucher dieses Friedensmals das eigentliche Friedensmal in der Welt - als Licht in der Welt.




Weitere Referenzen zum Projekt:

„Lieber Thomas, vielen Dank für Ihr Buch und Schreiben. Die Sache ist mir sehr symphatisch! (...)”   Ephraim Kishon (Kunsthistoriker und Autor)

Die Vision einer neuen Menschlichkeit” (Buch zum Projekt) ist sehr von der christlichen Spiritualit”t gepr”gt. Es ist wirklich die Chance, in dem Dunkel der deutschen Geschichte ein Licht aufleuchten zu lassen, das trotz allem das Gute in uns Menschen anspricht und dadurch einen Ausweg vorschl”gt.
Mit franziskanischem Gruþ, ÑFriede und Heilì,  Pater Amadeus (Franziskaner)


Anläßlich der Verleihung des Friedensnobelpreises an die UNO und ihren Generalsekretär Kofi Annan erklärte dieser am 10. Dezember 2001 in seiner Dankesrede:
„Die meisten Nationen haben Monumente oder Denkmäler des Krieges, bronzene Verherrlichungen heroischer Schlachten, Siegesbögen des Triumphes. Aber Frieden hat keine Zurschaustellung, kein Siegespantheon.”

Link: Alle Referenzen und Kommentare zum Projekt

Frieden stiften mit neuen Bildern der Liebe  (sozialpsychologischer Hintergrund)

Wer sich aufmacht einen langen Weg zu gehen, m–chte eine Orientierung haben und wissen, daþ der Weg in eine sinnvolle Richtung f¸hrt. Das Leben ist ein solcher Weg, auf dem wir uns fortw”hrend durch Prozesse entwickeln. Oft verfangen wir uns aber auch auf einer bestimmten Stufe eines Prozesses. Wie also einem Menschen Mut machen, wenn er nicht weiþ wo er steht und auch keine Ordnung in seinen Lebensprozessen sieht? Wie einem ganzen Land Mut machen?

Wir denken in Worten und Bildern. Jede Ver”nderung ihres Verst”ndnisses, ihrer Zuordnung und Wertung, hat eine immense Wirkung auf den Einzelnen und auf eine Gesellschaft. Jene Worte und Bilder, die eine innere Wahrheit im Menschen berühren, können helfen, Blockaden aufzul–sen. Der Mensch würde sich nicht mehr von außen blockiert und manipulierbar, sondern als innerlich frei geworden erfahren. Eine ganze Gesellschaft kann so in sich die Kraft f¸r einen seelischen und geistigen Aufbruch finden.

Die Kraft der Zeichen liegt darin, daþ sie mit neuen Bildern im Verst”ndnis erst eine neue Freiheit im Denken erm–glichen. Das unten dargestellte Zeichen des Davidsterns beschreibt in 6 Kapiteln ganz konkret für unsere gesellschaftliche Situation in Deutschland einen Prozess der Heilung. Bilder der Liebe können den Menschen in unserem Land eine neue Freiheit und Wertsch”tzung des Lebens schenken. So handelt die Website „Friedensmal.de” von einer Verantwortung und Bestimmung unseres Landes.    --> weiter im Text (klick)






Die drei Schritte im neuen Ansatz des Friedensmals



I  Neue Bilder der Liebe
Wir denken in Worten und
in Bildern. Sie bestimmen,
wie weit wir denken. Der 
Mensch soll frei sein im 
Denken, nur so kann er 
wissen, was Freiheit ist.



Bilder des Friedens
II  Vergangenheit
Die Erfahrungen des Lebens 
- unsere Bilder dafür -
m–gen dazu dienen, seine
Sch–nheit und seinen Wert               
zu ermessen.

III  Der Prozess der Heilung





 Externe Links:    Deutschland eine Friedensnation                 Gedanken zur Mahnmal-Debatte

© Thomas Zieringer (Impressum)     -    Der Friedensmal Blog

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