Die Gruppe "Leadership Mission" von Yad Vashem wurde am 10. Juli 2016 in Jerusalem vom israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin empfangen. Unter den Teilnehmern war auch der Bensheimer Thomas Zieringer.

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Pressemitteilung des Vereins Friedensmal Wendepunkt
Artikel erschien als längere Version im Bergsträßer Anzeiger vom 10. 7. 2016


Zu Gast beim Staatspräsidenten Israels

Bensheim. Die "Bürger für Bensheim" hatten am 30. August 2016 Gäste und Mitglieder zu einem Vortrag des Bensheimers Thomas Zieringer über seine Teilnahme an der "Leadership Mission" von Yad Vashem eingeladen. Yad Vashem ist eine weltweit bedeutende Gedenk-, Bildungs- und Forschungsstätte in Jerusalem. Die international zusammengesetzte Gruppe der "Leadership Mission" umfasste rund 70 Teilnehmer.

Link: Film über den Empfang für die Besuchsgruppe in Israel

Link: Film mit der Rede des israelischen Staatspräsidenten aus Anlass des Besuchs

In einem Bildvortrag stellte Zieringer die einzelnen Stationen der Reise der "Leadership Mission" nach. Es wurden verschiedene Orte Polens besucht. Außerdem stand Auschwitz auf dem Besuchsprogramm. Dort laß Zieringer in einer Gedenkzeremonie von Yad Vashem den Psalm 23. Die kleine Gruppe wurde vom früheren Oberrabbiner von Israel, Rabbiner Lau, und von seiner Frau begleitet.

Die Gruppe von Yad Vashem verlässt Auschwitz
Wir verlassen das KZ-Auschwitz - vor uns ein Zeichen der Hoffnung für das Leben.

Am Abend nach dem Besuch in Auschwitz flog die Gruppe nach Israel, um am nächsten Tag den israelischen Präsidenten Reuven Rivlin zu besuchen. In Israel hatten die Teilnehmer an der "Leadership Mission" dann auch die Gelegenheit, in persönlichen Gesprächen und Führungen durch die einzelnen Abteilungen Yad Vashem besser kennenzulernen.


Zwei Künstler treffen sich in Yad Vashem. Yehuda Bacon and Thomas Zieringer.
Zwei Künstler begegnen sich in Yad Vashem. Von links: Yehuda Bacon und Thomas Zieringer.


Foto aus dem Jahr 1947

Den Vortrag schloss Zieringer mit einer wahren Geschichte. Im Bus fragte ihn eine andere Teilnehmerin der "Leadership Mission", die zufällig hinter ihm saß, ob das Bensheim sei. Sie zeigt ihm ein altes Foto. Man sah einen jungen Mann, der auf einer Straße stand. In Schreibschrift war auf das Foto geschrieben: "Bensheim, 1947". Das sei ihr Vater, sagte die Teilnehmerin, die Vorstandsmitglied von "Friends of Yad Vashem/USA" ist. Es sei die einzige Erinnerung aus dieser Zeit.

Ihr Vater war nach dem Krieg
in Bensheim gewesen. Er war Händler. Nach dem Krieg half eine Gruppe von jüdischen Händlern die Versorgung mit dem Lebensnotwendigen in Bensheim zu sichern. Zieringer erinnerte sich daran, dass ihm sein Vater Karl die Geschichte von den jüdischen Händlern in Bensheim oft erzählt hatte. Daher hatte er seine positive Beziehung zum Judentum.

Karls Vater, Andreas Zieringer, war damals Metallhändler, der mit den jüdischen Händlern Geschäfte machte. So schloss sich dann ein Kreis von Geschehnissen und Zusammenhängen nach genau 70 Jahren im Bus von Yad Vashem, der durch Jerusalem fuhr.


Jüdischer Händler in Bensheim, 1947      Beweis, dass Herr Leistner 1947 in Bensheim war



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