Die gemeinsame Mitte



Von lokalen Wurzeln zur universellen Botschaft

Das 'Jerusalem Friedensmal' repräsentiert eine wichtige Entwicklung: Es begann mit dem Fokus auf die deutsch-jüdischen Beziehungen und deren historische Belastungen, die auch heute noch einen enormen Einfluss auf die Menschen und die Politik haben. Die Traumata zu klären wäre gerade deshalb wichtig, damit sich "Vergangenheit nicht wiederholt". Im Laufe von 26 Jahren stellte sich heraus, dass der direkte Weg nicht funktioniert, weil das Trauma sich Strukturen in der Welt schuf, die eine Heilung verhindern. In einem kreativen Prozess entwickelte sich das Friedensmal zu einem Symbol universaler Spiritualität. Der Ansatz wurde so erweitert, dass in einem größeren internationalen und auch interreligiösen Kontext die schwierige Aufarbeitung von Traumata als eine weltweite Aufgabe - nicht mehr ausschließlich bezogen auf das deutsch-jüdische Verhältnis, sondern auf den Menschen - erkannt würde.

Der Name 'Jerusalem Friedensmal' verweist auf seine Wurzeln in der deutschen Kultur mit christlich-jüdischen Traditionen. Mehr über die Bedeutung des Namens
Jerusalem können Sie hier erfahren. Das Bewusstsein der eigenen Herkunft und Heimat ist wichtig, um in dieser Verwurzelung die Kraft zu finden wieder als Individuum oder Nation ins Licht und in die Freiheit wachsen zu können. Indem das Jerusalem Friedensmal einen Zugang bietet der verschiedenen Religionen und Weltanschauungen gerecht wird, ermöglicht es ein tiefes Verständnis und eine umfassende Aufarbeitung der Vergangenheit im Sinne einer notwendigen kollektiven Schattenarbeit, die über einzelne kulturelle oder religiöse Grenzen hinausgeht. Es wird damit zu einem Symbol universeller Versöhnung und Heilung.

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Brücken bauen zur gemeinsamen Mitte

Das Jerusalem Friedensmal symbolisiert die unendliche Reise der Menschheit auf der Suche nach Frieden, Verständnis und spiritueller Einheit. Inspiriert von Sokrates' Weltsicht des 'ich weiß, dass ich nicht weiß', betont es die Bedeutung von Offenheit und intellektueller Bescheidenheit.

Mit der 'Blüte des Lebens' in seiner Mitte als metaphorische Brücke zwischen verschiedenen spirituellen und philosophischen Traditionen repräsentiert das Friedensmal einen Weg zur Heilung und universellen Versöhnung. Es steht für das gemeinsame Streben nach einem tieferen Verständnis der Menschlichkeit und einer harmonischen Zukunft, die über die Beschränkungen von Vorurteilen und Projektionen hinausgeht.

Das 'Jerusalem Friedensmal' öffnet - auf dem 'Weg nach innen' - Türen zu verschiedenen spirituellen und philosophischen Pfaden, die alle dasselbe Ziel verfolgen: Ein tieferes Verständnis unserer Menschlichkeit und das Streben nach einer friedvollen Welt. Es lädt dazu ein, den eigenen Horizont zu erweitern und sich im Anderen wiederzuerkennen, um so tiefere Einsichten in unser Sein zu gewinnen. Jede Tradition trägt zur kollektiven Weisheit und zum gemeinsamen Wachstum bei, wobei das jüdisch-christliche Erbe der zentrale Ausgangspunkt der Entwicklung des Jerusalem Friedensmals bleibt.

Das Jerusalem Friedensmal ist damit nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern in der Erinnerung an 'die Idee von Jerusalem' ein Symbol der Hoffnung für die Zukunft. Es lädt uns ein, nicht in der Schwere der dunklen Kapitel der Geschichte zu verharren, sondern zu erkennen, dass die Aufgabe darin besteht, sich in individueller und kollektiver Verantwortung zu klären, zu verändern und zu wachsen und sich damit wieder dem Leben zuzuwenden.




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